Katedra Filologii Germańskiej UWM

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Sommerschule
'Erinnerungsorte in Ermland und Masuren mit deutsch-polnischem Fokus'

Veranstaltungsort:

Universität Ermland Masuren in Olsztyn,

Lehrstuhl für germanistische Philologie

. ul. Kurta Obitza 1
10-725 Olsztyn, Polen
tel. 89 524 63 45
fax 89 523 59 66

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Veranstalter

Dirk Steinhoff / Malgorzata Derecka, UWM in Olsztyn

Datum

4.9.2017 - 15.9.2017

Bewerbungsschluss

31.05.2017


Die Sommerschule “Erinnerungsorte in Ermland und Masuren mit deutsch-polnischem Fokus” bietet den Teilnehmern direkt die Orte zu besuchen, an denen sich Teile der deutsch-polnischen Geschichte vollzogen haben, und sich an diesen Orten direkt und ganz konkret mit dieser Geschichte auseinander zu setzen. Diese Auseinandersetzung kann in den zahlreichen Beiträgen namhafter Wissenschaftler geschehen, aber auch im Gespräch mit den Bewohnern der Region, die über die wechselvolle Geschichte berichten. Interessant wird es deutsche Spuren in der Landschaft Ermland und Masuren direkt aufzudecken, sei es literarischer, historischer oder kultureller Natur. Diese Region war über lange Zeit geprägt von einer Multikulturalität und sprachlichen und religiösen Vielfältigkeit, die heute noch teilweise nachvollziehbar und ablesbar ist.

Programm

Für das Programm sind daher gerade diese erinnerungswürdigen Gegebenheiten relevant, an denen sich die deutsch-polnischen Kulminationspunkte finden lassen. Daher wird am Anfang der Sommerschule der Film „Eine Nacht in der Galerie“ stehen, dieser ist aus der Ausstellung „Tür an Tür. Polen-Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte” hervorgegangen die im Gropius-Bau in Berlin realisiert wurde. Auch die eröffnenden Ausführungen von Prof. Robert Traba vom Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin stellen die theoretische Grundlage dieser Herangehensweise an die Geschichte dar. In wie weit Orte als Bezug besonders im deutsch-polnischen Kontext wichtig sind, stellt er in seinen vielen Publikationen heraus. In seinem Workshop innerhalb der Sommerschule möchte er das kollektive Gedächtnis in Deutschland und Polen aufzudecken und Parallelen und Unterschiede herausarbeiten.

Durch den offiziellen Partner der Sommerschule vor Ort, der Stiftung Borussia, die sich vor allem durch eine vorbehaltlose Aufarbeitung der Geschichte der Region einen Namen gemacht hat, können wir den Teilnehmern der Sommerschule ein qualitativ hochwertiges Programm bieten, aber auch einen wertvollen Erinnerungsort in Olsztyn selbst besuchen. Das Dom Mendelsohna, in dem die Stiftung beheimatet ist, ist das Erstlingswerk des namhaften Architekten Erich Mendelssohn und zugleich eine der letzten Spuren jüdischen Lebens in Olsztyn, da es als Bet Tahara, des jüdischen Friedhofs diente. Kornelia Kurowska, die Vorsitzende der Borussia, wird uns diesen Ort näherbringen und von dort aus werden wir die Spuren der Geschichte in der Stadt erkunden. Hierbei wird es z. B. auch um die Prußen gehen, die diese Region vor den Christen bewohnt haben, und dessen Hinterlassenschaften in Literatur und Stein uns Dr. Alina Kuzborska im Hof der Burg aufzeigen wird. Der Burg in der später Nikolaus Kopernikus Burgherr war.

Auf mehreren Exkusionen werden wir ins Umland aufbrechen und verschiedenste Gesichtspunkte nicht nur der deutsch-polnischen Vergangenheit vor Augen geführt bekommen. So wird die Lesart von zwei bedeutenden Schlachten, die sich mit dem Namen “Tannenberg” verbinden und unweit von Olsztyn stattfanden, untersucht durch Prof. Jan Gancewski, Dr. Szymon Drej (Direktor des Museums zur Schlacht von Tannenberg) oder Dr. Ralf Meindl vom ifa. Auch die Verbrechen des Dritten Reichs können an einem Ort gegen das Vergessen im ehemaligen Konzentrationslager Stutthof mit wissenschaftlicher Begleitung von Dr. Jerzy Kiełbik aufgezeigt werden. Aber auch der Widerstand eben gegen diese Diktatur wird beim Besuch der Wolfschanze an der Baracke, die an das Stauffenberg-Attentat erinnert, oder am Familiensitz der Adelsfamilie Lehndorff in Sztynort Thema sein. Prof. Christopher Herrmann wird die Gruppe auf der Marienburg begleiten, der größten Deutschordensburg Europas und Teil des Weltkulturerbes und berichtet aus kunsthistorischer Sicht über die Bedeutung des Bauwerks und deren Bewohner, die über lange Zeit das polnische Deutschlandbild prägten.

Da zur Sommerschule neben Historikern vor allem aber auch Germanisten erwartet werden, war es den Organisatoren wichtig literarische Schwerpunkte zu setzen. So wird Dr. Radoslaw Supranowicz in Gałkowo an die Werke von Gräfin Marion Dönhoff im historischen Forsthaus der Familie erinnern. In einer weiteren Rundreise werden wir die Möglichkeit haben uns mit Ernst Wiechert oder Siegfried Lenz aber auch dem polnischen Dichter Ildefons Gałczyński zu beschäftigen und wie an diese durch Museen, Orte des Wirkens oder Denkmale erinnert wird. Auch das Fehlen dieser Erinnerungsorte wird Dr. Rafał Żytyniec vom Historischen Museum Ełk thematisieren. Einen besonderen Platz wird der deutsche Dichter, Übersetzer, Theologe sowie Geschichts- und Kultur-Philosoph Johann Gottfried Herder einnehmen, auch seine Geburtsstadt Mohrungen liegt nur eine Stunde entfernt und das dortige Museum widmet sich seinem Schaffen. Prof. Wladimir Gilmanov aus Königsberg, der sich den Aufklärern Königsbergs widmet, wird sich in seinem Vortrag Herder, Hamann und Kant nähern. Durch die Stiftung Burussia haben wir auch die Möglichkeit zeitgenössische Autoren der Region wie Artur Becker „live“ zu hören, der Autor ist in Polen geboren, veröffentlicht auf Deutsch und Polnisch und lebt in Deutschland, befindet sich also im wahrsten Sinne zwischen den Welten.

Weitere Exkursionen beleuchten die Verändung der Multukulturalität oder auch Konfessionalität des Gebildes Ermland-Masuren. Prof. Grzegorz Jasiński wird uns in der Kirche von Sorkwity ein Beispiel aufzeigen, das die Wichtigkeit des Protestantismus in Masuren unterstreicht Paweł Jarząbek, der Direktor des regionalen Kulturhauses, in Gietrzwald einen katholischen Wallfahrtsort im Ermland. Das Land der tausend Grenzen untersuchen in ihrer Exkursion Wiktor Knercer, Marzena Zwierowicz von der Stiftung Borussia. Im Zuge dessen bietet sich auch eine Bootfahrt auf den masurischen Seen an, die diese Landschaft so prägen. Auch der Film „Róża” von Wojciech Smarzowski bearbeitet die Brüche, die nach dem zweiten Weltkrieg durch diese verschiedenen Kulturen entstehen und bietet sich zur weiteren Vertiefung der Thematik an.

Ziel der Sommerschule ist es aber auch pädagogische Konzepte aufzuzeigen, wie man eben durch Erinnerungsorte Geschichte greifbarer und vermittelbarer macht. Das ist auch der Schwerpunk des Workschops von Dr. Alina Dorota Jarząbek und Dirk Steinhoff, die diese Art der Vermittlung in Studienfahrten in Deutschland erfolgreich einsetzen. Auch Prof. Traba verfolgt mit seinen Publikationen „Polnisch-Deutsche Erinnerungsorte“ diesen Ansatz, die in der Sommerschule vorgestellt werden. Am Abend haben wir Gelegenheit mit dem Pädagogen Prof. Hans-Jürgen Krumm aus Wien, darüber zu diskutieren welche Rolle die deutsche Sprache beim Brückenbauen zwischen den Kulturen hat. Auch mit Vertretern der deutschen Minderheit soll ein Gespräch stattfinden, um zu erkennen wie diese an die Vergangenheit erinnern.

Am Ende der Sommerschule soll neben der Reflexion durch die Teilnehmer der Vortrag von Prof. Detlef Haberland vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa stehen, der die Verantwortung, die mit der Erinnerung einhergeht, gerade wenn es um die deutsch-polnische Geschichte geht in den Mittelpunkt stellt. Den Abschluss bildet eine von Studenten organisierte Ausstellung zu Erinnerungsorten und der Besuch eines Konzerts in der Philharmonie Olsztyns.

Die Unterbringung erfolgt im Studentenwohnheim der Universität. Die Seminare und Veranstaltungen der Sommerschule finden überwiegend in den Räumen der Universität oder der Stiftung Borussia statt.

Für die erfolgreiche Teilnahme an der Sommerschule werden ECTS-Punkte vergeben.

Teilnahmebedingungen

Bewerbung mit einseitigem Motivationsschreiben, Lebenslauf und Gutachten einer/s Hochschullehrer/in. Neben sehr guten Deutschkenntnissen (C1) sind Polnisch- und Englischkenntnisse wünschenswert.

Kontakt: Adres poczty elektronicznej jest chroniony przed robotami spamującymi. W przeglądarce musi być włączona obsługa JavaScript, żeby go zobaczyć.

Kursgebühr für Teilnehmer aus den deutschsprachigen Ländern (exklusive Unterkunft) 320,- Euro. Gebühr für Teilnehmer aus Mittel- und Osteuropa auf Anfrage. Der DAAD fördert über das Programm Go East bis zu 8 Teilnehmer aus Deutschland mit Stipendien worin Reisekosten und Kursgebühr inklusive Unterkunft enthalten sind. Nähere Informationen unter:

https://goeast.daad.de/de/25457/index.html

Das zweigleisige Bewerbungsverfahren sieht vor, dass Interessenten sich parallel bei der Sommerschule um eine Zulassung und beim DAAD um ein Stipendium bewerben. Bewerber aus Österreich und der Schweiz wenden sich wegen einer Förderung bitte an die Organisatorinnen. 

 


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